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Meinung

„Einladung zum Maskenball“

Ergebnisse unserer Blitzumfrage zur Maskenpflicht bei Veranstaltungen

So oder so ähnlich könnten augenzwinkernde Einladungen zu Veranstaltungen in den kommenden Wochen und Monaten überschrieben sein. Dabei muss uns klar sein, dass uns diese „neue Normalität“ wohl noch einige Zeit begleiten wird. So umfassend die einschränkenden Maßnahmen zu Beginn der Corona-Krise seitens der politischen Entscheidungsträger in einem Überbietungswettbewerb eingeführt wurden, so schnell scheinen sie nun auch wieder im Zuge der „Öffnungsdiskussionsorgien“ gelockert zu werden. Ausgang ungewiss.

Während „Großveranstaltungen" weiter untersagt bleiben, werden nun Veranstaltungen wie Fachmessen und Fachkongresse mit bis zu 100 Teilnehmern mit Schutzkonzepten unter strengen Auflagen ab dem 30. Mai 2020 erlaubt werden. Doch was bedeutet das konkret für die Umsetzung dieser Veranstaltungen? Denn eines ist wohl sicher: Die Maskenpflicht und die Abstandsregeln werden uns noch auf absehbare Zeit erhalten bleiben.

Anlass für uns, in unserer Community und Leserschaft eine Blitzumfrage mit folgender Fragestellung zu starten:

Würdest Du an einer Veranstaltung teilnehmen, bei der alle Mundschutz tragen müssen und das Catering aus verschlossenen Boxen serviert wird?

Auch für uns als Branchencommunity ist diese Frage für unsere eigenen Veranstaltungen von großer Bedeutung: Werden Veranstaltungen in eingeschränkter Form wieder erlaubt, heißt das ja noch lange nicht, dass diese auch von den potenziellen Teilnehmern besucht werden.

Indifferentes Ergebnis der Blitzumfrage

Das Ergebnis unserer Blitzumfrage ergibt Stand jetzt - erwartungsgemäß - ein indifferentes Stimmungsbild: Tatsächlich liegen die Antworten exakt in der Waage: Jeweils 50 % würden Veranstaltungen mit Maskenpflicht besuchen, während die gleiche Zahl an Umfrageteilnehmern eine Teilnahme unter den genannten Voraussetzungen ablehnen würde.

Interessant sind vor allem die Kommentare und Ausführungen zu den gegebenen Antworten: Die Befürworter verknüpfen ihr „Ja“ etwa mit Vorbehalten gegenüber bestimmten Arten von Veranstaltungen (Vorträge, Lesungen, Comedy ja, aber kein Networking, keine Konzerte) oder wollen einfach nicht auf absehbare Zeit auf Veranstaltungen verzichten, da das „persönliche Begegnen und Netzwerken einen hohen Stellenwert“ hat. Während Einzelne zum jetzigen Zeitpunkt auf gastronomische Angebote verzichten wollen, wünschen sich andere neue und vor allem nachhaltige Verpackungsideen für Caterings.

Bei den ablehnenden Antworten schlägt vor allem zu Buche, dass Veranstaltungen Emotionen transportieren sollen, was mit Maske nur sehr eingeschränkt möglich ist. Ein Agenturvertreter etwa meinte: „Lieber sparen die Kunden das Geld, um es entweder zeitnah in andere Kanäle oder irgendwann wieder in eine vernünftige Veranstaltung zu stecken.“

Fazit

So begrüßenswert die ersten Lockerungsmaßnahmen für die Eventbranche sind, so zweifelhaft sind die Auswirkungen der Auflagen für Sicherheit und Hygiene auf die Umsetzbarkeit von Veranstaltungen. Auch wenn Veranstaltungen wieder eingeschränkt erlaubt sind, so stehen bei Akzeptanz und Betriebswirtschaftlichkeit große Fragezeichen im Raum. Wenn Maskenpflicht und Abstandsgebot die Hälfte aller Teilnehmer abschrecken und überdimensionierte Säle unverhältnismäßige Kosten verursachen, muss die Sinnhaftigkeit von Veranstaltungen in jedem Einzelfall sorgfältig abgewogen werden.


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Autor: Dominik Deubner

Veröffentlicht am: 07.05.2020


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