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Themensammlung - Inszenierung/Konzeption - Sponsored Post

Neuveröffentlichung „Mini-Handbuch Eventthinking"

Die Autoren im exklusiven Interview

Georg Lichtenegger, Event-Designer, Regisseur und Coach, entwickelt nun schon seit gut drei Jahren eine eigenständige Design-Methode für unsere Branche: „Eventthinking“. Gemeinsam mit seinem Freund und Kollegen Christoph Knöbel, Konzeptioner und Kommunikationsberater, legt er nun ein Buch über die neue Methode vor. Wir haben mit den beiden gesprochen.

Herr Lichtenegger, Herr Knöbel, Sie blicken auf jahrelange Erfahrung in der Planung und Durchführung von Events völlig unterschiedlicher Art zurück. Die letzten zwei Jahre waren trotzdem mehr als außergewöhnlich für die Eventbranche. Was raten Sie Eventplaner*innen für das Jahr 2022? Wird „hybrid“ das neue „analog“?

Georg Lichtenegger: Das denke ich ehrlich gesagt nicht. Wir sollten sehr genau unterscheiden, welche Kommunikationsform wir gestalten und durchführen wollen. Und hier unterscheiden wir bei Eventthinking relativ trennscharf zwischen der Kommunikationsform „realer Event“ und der Kommunikationsform „virtueller Event“. Einen hybriden Event gibt es ohnehin nur aus der Perspektive der Veranstaltenden. Als Teilnehmer*in nimmt man entweder am realen oder am virtuellen Event teil. Und das ist entscheidend! Denn wir sollten unsere Events immer aus der Perspektive unserer Teilnehmerinnen designen. Jetzt werden manche sagen, dass das ja ohnehin geschieht. Umso besser! Aber mit den hybriden Events ist es für uns Eventplanende gewiss nicht einfacher geworden. Für 2022 gehe ich davon aus, dass der ein oder andere Gedanke, den man mehr ins Konzept investiert, sich sicherlich lohnt.*

Sie beschreiben „Eventthinking“ nicht nur als praktische Methode, sondern als Mindset. Wo hört die Methode auf und wo fängt das Mindset an?

Christoph Knöbel: Plakativ gesagt wird eine Methode immer dann zum Mindset, wenn Sie sie souverän beherrschen. Jedes Handwerk, jede Kunst ist zuerst Methode. Auch eine Weltklassepianistin hat als Kind das Klavierspielen erst einmal ganz methodisch und bewusst erlernt. Greift sie heute in die Tasten, geschieht das zwar immer noch auf Basis der Methode, nach den Regeln der Kunst – aber unbewusst, meisterhaft und auf höchst individuelle Weise. Nichts anderes ist es bei Eventthinking: Je öfter Sie mit der Methode arbeiten, desto mehr geht sie in Fleisch und Blut über, wird also zur Haltung.

Sollen also die vielen Event-Profis, die ihren Beruf nicht nach dieser Methode gelernt haben, wieder zu Schülern werden?

Christoph Knöbel: Natürlich nicht! Wer das Event-Handwerk gerade erlernt, profitiert sicher davon, gleich dieses methodische Vorgehen zu trainieren. Wer als Profi immer wieder mit bestimmten Problemen zu kämpfen hat, kann diese Punkte eventuell mit Eventthinking bearbeiten. Aber wer sein Handwerk der Eventkonzeption und -realisierung meisterlich und zur Zufriedenheit aller beherrscht, benötigt diese methodische Grundlage wahrscheinlich kaum noch. Wenigstens nicht für sich selbst – denn es gehört ja zum Wesen nahezu jedes Veranstaltungsprojektes, dass es längt nicht nur auf die Mitarbeit von Profis angewiesen ist. Und für die Zusammenarbeit mit Event-Laien, z.B. mit den ein oder anderen Auftraggebenden, inhaltlich Beitragenden oder auch nur organisatorisch Eingebundenen, halten wir die methodischen Routinen und Tools von Eventthinking für überaus nützlich.

Sicher kennen auch Sie gefloppte Events. Wie sollten Eventplaner*innen damit umgehen, wenn die Veranstaltung nicht so läuft wie gewünscht? Lassen sich daraus systematisch Lehren ziehen und kann Eventthinking dabei helfen?

Georg Lichtenegger: Zuerst würde ich den Eventplaner*innen raten, genau darauf zu achten, wer die Veranstaltung für gefloppt hält. Sind es die Teilnehmenden? Sind es die Event-Owner? Sind wir es, als Eventfachleute, selbst? Im Grunde kann man erst ansetzen, wenn die Event-Owner das Gefühl haben, dass sich das nächste Mal etwas ändern soll, denn sie sind es ja, die die Entscheidungen treffen. Ist das gegeben, dann würde ich empfehlen, die gefloppte Veranstaltung mit Eventthinking nachzubilden. Also z.B. zu schauen, welche Wirkung man sich bei den Teilnehmenden vorgenommen hatte und dann zu analysieren, ob das mit den gewählten Inhalten, Formaten etc. möglich gewesen wäre. Meist sieht man dann gleich, dass es nicht harmoniert – und in Zukunft kann man es dann bereits vor dem Event harmonisch gestalten und so verhindern, dass der Event wieder floppt.

Welche Möglichkeiten gibt es, wenn man jetzt direkt mit Eventthinking loslegen will?

Georg Lichtenegger: Hier gibt es die Angebote unserer Eventthinking Academy. Die gliedert sich in drei Bereiche: Unter den ersten Teil fassen wir öffentliche Seminare, die man einfach buchen und besuchen kann. Im zweiten Bereich „Learning on the job“ kann man mit uns vor Ort im Unternehmen einen aktuellen Event nach der Methode konzipieren. Somit lernt man die Methode kennen und bekommt gleich ein fundiertes Konzept mit dazu. Beim Projekt-Coaching, dem dritten Bereich, sind wir nur auf Abruf per Videokonferenz mit dabei. Als allerersten Einstieg empfehlen wir aber natürlich unser neues mini-handbuch Eventthinking.

Bibliographie
Christoph Knöbel / Georg Lichtenegger
Mini-Handbuch Eventthinking
Events planen und gestalten
Broschiert, 155 Seiten
ISBN 978-3-407-36797-6
EUR 24,95

Das Buch kann hier bezogen werden.


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Bildquelle: etvance GmbH

Autor: Dominik Deubner

Veröffentlicht am: 28.11.2021


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