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Destinationen

Lissabon liegt voll im Trend

Alles zum „Destination Report 2018“ von Pro Sky

Schon zum siebten Mal haben die Businessflugexperten von Pro Sky aus Köln ihren „Destination Report“ veröffentlicht. Hierfür wurden mehr als 500 europäische MICE- und Eventprofis nach ihren durchgeführten und künftig anvisierten Destinationen in Europa und weltweit befragt. Anders als viele Trendberichte, die auf der bloßen Erhebung von Zahlen basieren, schwingt im „Destination Report 2018“ von daher eine subjektive Komponente mit. Wir haben die wichtigsten Ergebnisse für Sie zusammengestellt.

Die beliebtesten Länder und Städte Europas

Es stand zu erwarten: Deutschland bleibt mit 71 Prozent an Nennungen die unangefochtene Nummer 1 in Europa (Mehrfachnennungen waren möglich). Dahinter folgt mit einigem Abstand (wie gehabt) Spanien, jedoch musste das im letzten Jahr noch aufstrebende Italien den dritten Platz an das kleine Portugal abtreten, das sich binnen Jahresfrist um satte sechs Prozentpunkte verbessert hat. Den größten Zuwachs verzeichnete allerdings Frankreich (Platz 6) mit 15 Prozent, während Deutschland und Spanien durchaus deutliche Einbußen hinnehmen mussten. Russland wiederum dürfte nicht zuletzt aufgrund der anstehenden Fußballweltmeisterschaft einen Umfrageaufschwung von stolzen elf Prozent erfahren haben. Man sieht daran, inwieweit global relevante Ereignisse ihre Schatten vorauswerfen und auch MICE-Akteure wie ein Honigtopf anlocken.

In unwägbaren Zeiten spielen natürlich auch geopolitische Veränderungen eine wichtige Rolle bei der Favorisierung von Eventdestinationen. Da ist der anstehende Brexit genauso zu nennen wie die Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens oder der politische Rechtsruck in Osteuropa. Nicht zu vergessen: all die Sicherheitsbedenken, die im Zuge terroristischer Anschläge entstehen und so manches Land plötzlich im Ranking absacken lassen. 2017 und auch der Jahresbeginn 2018 jedoch waren dahingehend vergleichsweise relativ „ruhig“, was etwa in Ländern wie Belgien oder Frankreich zu einer entspannteren Situation geführt hat. Ebenso stehen Länder wie Marokko oder Israel wieder auf der „To-Do-Liste“. Der vielfache Wunsch seitens der Agenturen und MICE-Experten, die kommende Veranstaltung mal in einer spannenden B-Destination stattfinden zu lassen, stimmt am Ende freilich nicht immer mit den Vorstellungen auf Kundenseite überein.

Klarer Sieger Lissabon

Eine Studie wie der „Pro Sky Destination Report 2018“ kann natürlich nur Tendenzen und Meinungen widerspiegeln, und da sind sich die Befragten z.B. hinsichtlich des Brexits uneinig. Hier erwartet man umständlichere Buchungsverfahren, stärkere Kontrollen und längere Warteschlangen, dort günstigere Wechselkurse sowie sinkende Auslastungen und damit auch Hotelpreise. Gewissheit hat niemand und vielleicht bleibt summa summarum alles weitgehend so, wie es ist. Genauso kontrovers diskutiert werden die Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens. Die MICE- und Eventmetropole Barcelona scheint zumindest ein wenig darunter gelitten zu haben und musste ihre Vormachtstellung auf der Iberischen Halbinsel zugunsten Lissabons abtreten. Dazu kommt noch: Niemand Geringerer als Madonna hat ihren Hauptwohnsitz 2017 in die portugiesische Hauptstadt verlegt. Eine bessere Werbekampagne hätte sich die Stadt niemals ausdenken können, auch wenn es keinen Beleg dafür gibt, dass sich dies positiv auf den Tourismussektor ausgewirkt haben mag.

Lissabon jedenfalls ist der unbestrittene Aufsteiger im Städteranking mit einem Plus von neun Prozent bei den Nennungen der begehrtesten Eventmetropolen. Damit liegt die Stadt gleichauf mit Barcelona auf Rang zwei, hinter Berlin und vor Amsterdam, das nach mehreren mauen Jahren ein beeindruckendes Comeback geschafft hat. In Lissabon trifft vieles zusammen: touristische Attraktionen und eine technisch gute Eventinfrastruktur in einer Stadt, die bereits von den Phöniziern 1.200 Jahre v. Chr. gegründet wurde. Hinzu kommt ein gutes Preis-Leistungsverhältnis, eine perfekte Erreichbarkeit via Direktflug und natürlich hervorragendes Wetter. Wieder einmal geben sich touristische Attraktivität und ein MICE-konformes Angebot die Klinke in die Hand. Natürlich ist Lissabon seit vielen Jahren auch ein Touristenmagnet, aber längst nicht so überlaufen wie etwa Amsterdam oder Barcelona – für so manchen Eventler eben fast ein „ruhiges Fleckchen“.

Und auch im Trend: Über ein mehr als sechsprozentiges Wachstum im Vergleich zum Vorjahr dürfen sich zudem Dublin, Paris und Stockholm freuen.

Wieso weshalb wohin?

Welche Destinationen ab 2018 als potenzielle Ziele infrage kommen, wurde ebenfalls gefragt. Immer wieder wurden dieselben Namen genannt. Abu Dhabi dürfte eine der Eventmetropolen der kommenden Jahre werden – praktisch als touristisch noch unterbewerteter Gegenentwurf zu Dubai. Der „Destination Report 2018“ identifiziert aber noch weitere Städte, die zu den künftigen Gewinnern gehören mögen. Darunter befinden sich Tel Aviv, Marrakesch und Prag. Als Länder mit großem Wachstumspotenzial werden analog dazu unter anderem Marokko und die Tschechische Republik angesehen. Auch weite Teile des nordeuropäischen Raums mit Schweden, dem Baltikum, Irland und Island gehören dazu. Wenn man jedoch alle genannten Länder und Städte aufzählt, ergibt sich ein buntes Sammelsurium ohne allzu große Aussagekraft. Aber klar: Der „Pro Sky Destination Report 2018“ spiegelt halt Meinungen wider und die gehen, abhängig von Portfolio und Tätigkeitsschwerpunkten, naturgemäß weit auseinander. Am Ende sind es wie gehabt nicht zuletzt die praktischen Details, die darüber bestimmen, wo die nächste Tagungsreise hingeht.

Je kleiner die Gruppe, desto variabler kann man natürlich bei der Zielauswahl sein, weil eben nicht das größte Hotel, der größte Tagungssaal oder das größte Flugangebot benötigt werden. Die Kategorie „50 und weniger Teilnehmer“ verzeichnet im Vergleich zum Vorjahr einen stolzen Zuwachse von 13 Prozent und belegt damit, etwas überraschend, den ersten Platz im Ranking. Vieles deutet also darauf hin, dass die Destinationsvielfalt künftig zunehmen mag und sich die Tagungsgäste und Kongressbesucher etwas homogener auf Länder und Städte verteilen werden. Wünschenswert ist das allemal.

Bei der Aufenthaltsdauer hat es hingegen kaum Veränderungen gegeben. Das Wochenende mit zwei Übernachtungen festigt mit 59 Prozentpunkten seine Führungsposition. Drei bis vier Übernachtungen spielen in den Augen der MICE-Akteure weiterhin eine wichtige Rolle und lassen natürlich auch weiter entfernte Destinationen als Veranstaltungsort zu. Tagungsreisen mit nur einer Übernachtung erfuhren erstmalig einen deutlichen Rückgang von neun Prozent und scheinen immer weniger attraktiv. Dieses Umfrageergebnis korreliert mit den bevorzugten Eventformaten. Incentivereisen sind mit 86 Prozent aller Nennungen weit vorne, gefolgt von Teambuildingmaßnahmen sowie Kongressen und Schulungen. Veranstaltungen zur Steigerung der Motivation, zum Stärken des Miteinanders und als Ausdruck von Anerkennung haben damit höchste Priorität unter den Eventplanern.

Last, but not least bleibt die Erreichbarkeit einer Destination das wichtigste Kriterium bei der Destinationsauswahl und wurde von 86 Prozent der Befragten genannt. Auf den Plätzen folgen das zur Verfügung stehende Budget und die Aktivitätsvielfalt vor Ort. Der Sicherheitsaspekt ist im Zuge des Rückgangs terroristischer Anschläge in Europa um elf Prozentpunkte zurückgegangen, spielt mit 56 Prozent aber weiterhin eine wichtige Rolle. Nichtsdestotrotz bleibt der Komfort des Direktflugs die unangefochtene Nummer eins, wenn es um die Festlegung auf das nächste Tagungs- bzw. Reiseziel geht.

Den vollständigen Pro Sky Destination Report können Sie sich rechts in unserem Downloadbereich herunterladen.


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Bildquelle: Pro Sky Destination Report 2018

Autor: Frank Brehm

Veröffentlicht am: 07.06.2018


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