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Themensammlung - Inszenierung/Konzeption

Geht nicht, gibt’s nicht! (auch wenn es dir keiner zahlt)

Wie kannst du als Eventmanager das scheinbar Unmögliche möglich machen?

MICE Club-Reihe "Die 7 Gebote der Inszenierung" für MICE- und Eventplaner – Das 2. Gebot

Bevor wir rummeckern, weil jemand Verrücktes verlangt, lasst uns akribisch unsere Hausaufgaben machen. Denn wer die Rahmenbedingungen genau kennt, weiß, was wirklich möglich sein kann:

  1. Um welche Inhalte geht es (Ziele wie Botschaften)?
  2. Wie viel Zeit habe ich (zur Planung, Proben vor Ort, für die Veranstaltung)?
  3. Welchen Ort kann ich nutzen (Location, Bühnensituation, Ambiente)?
  4. Welche Akteure spielen mit (Redner, Moderation, Künstler und Performer)?
  5. Welche Technik habe ich zur Verfügung? Ton (Sprache, Gesang, Musik), Licht, Video, Projektion und Medien erzeugen Stimmungen – wie auch Nebel, Wind, Pyrotechnik und Laser. Nutze diese Mittel, um individuelle und einzigartige Atmosphären zu erschaffen (z. B. im Corporate Design des Unternehmens).
  6. Wie kann ich durch das Catering gestalten (hier empfehle ich einen Besuch der Raumkulinarik – Labor für angewandte Alltagsliebe)?
  7. Wie groß ist mein Budget (für welche Dienstleistung genau)?
  8. Wie groß ist mein persönliches Wissen? Welche Erfahrung gibt es mit dem Kunden? Welchen Erlebnishorizont haben die Gäste der Veranstaltung?
  9. Über welche Ressourcen verfüge ich in diesen Bereichen? Was fehlt mir dabei? Mit einem gut recherchierten Überblick kann ich bewusst die vorhandenen Elemente arrangieren und gezielt Lücken kaschieren. Zu weiteren Fragen der Konzeption von Veranstaltungen empfehle ich diesen Blogbeitrag: 7 Kernfragen erfolgreicher Veranstaltungskonzeption.

Bildquelle: Cedric Ebener; CE+Co GmbH

Sehr überzeugend finde ich das Kunden-Dreieck. Der Kunde kann sich dabei immer zwei aus drei Optionen aussuchen: Entweder er bekommt meine Dienstleistung schnell und gut, dann aber nicht billig - oder billig und schnell, dann aber nicht perfekt etc. Das versteht eigentlich jeder Kunde – alles gibt es einfach nicht!

Nutze Inszenierung – gerade bei Schwächen!

Wenn ich eine klar definierte und gut durchdachte Botschaft habe, muss und will ich gar nicht davon ablenken. Jedoch gibt es immer wieder Redner, deren Stärken woanders als auf der Bühne als Präsentator liegen. Diese Schwächen kann ich mit genügend Zeit abtrainieren oder geschickt durch Inszenierung ausgleichen.

Finde dazu persönlichkeits- und charakterspezifische Formen der Präsentation, die zu der Person passen. Lasse den Redner oder die Rednerin nicht eine halbe Stunde auf der Bühne verkümmern, sondern drehe einen 3-Minuten Film in ihrem Alltag. Durch Schnitt und Musik kann die Person gut dargestellt werden und alles Wichtige wird auf den Punkt kommuniziert. So kann die Person viel positiver wirken und keiner muss sich fremdschämen oder langweilen.

Vergesse niemals die Macht der Empathie! Natürlich bietet es sich an, auch über persönliche Anekdoten und Geschichten Zuhörer zu gewinnen. Das muss aber authentisch geschehen. Und: Unbedingt den Sinn für Humor beibehalten! Auch Vorstände dürfen mal ihre Schwächen zeigen, denn damit überrascht und gewinnt man selbst seine Kritiker.

Everything is a remix

„Nichts ist ein Original“ sagt der Filmemacher Kirby Ferguson. Seine Parole: kopieren, transformieren, kombinieren. „Es gibt nichts Neues unter der Sonne“ wäre meine Formulierung dazu. Dies aber bitte mit Verstand und Anstand – billige Kopien braucht kein Mensch. Außerdem bin ich davon überzeugt, dass genügend Kreativität in jeder Person steckt! Es kommt eben darauf an, mit Sinn und Verstand die Ziele und Botschaften einer Veranstaltung clever in Szene zu setzen. Kenne also die Regeln – und dann brich sie! Mehr dazu hier: Kopieren als Kreativitätsprinzip

Fazit: Auch wenn der Kunde nicht immer mit unendlichen Budgets um sich wirft, gibt es kreative Lösungen, um mit starken Ideen und durchdachter Inszenierung, Gäste zu überzeugen. Es gibt eben immer einen dritten Weg! Kreativität kostet im Zweifel meine Zeit – nicht aber das größere Budget.

Ich freue mich auf Feedback – gerne auch über meinen Facebook-Kanal!


Bildquelle: André Wirsig Gastautor Chris Cuhls ist als diplomierter Medienmanager in Köln ansässig. Als Eventregisseur, Konzeptioner und Show-Producer ist er mit der Live-Kommunikation namhafter Konzerne betraut. Auf seinem Blog schreibt er zu Themen der Dramaturgie, Inszenierung und Konzeption.

Lesen Sie mehr aus der Magazinserie vom MICE Club-Gastautor Chris Cuhls:

Autor: Romy Fischer

Veröffentlicht am: 17.04.2014


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