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Meinung, Themensammlung - Employer Branding

Ein unmoralisches Angebot

Episode 37 - eine Leseprobe aus „Job-Wechsel und andere Abenteuer“

Es war einmal eine tüchtige Agentur im Bergischen Land, die hatte einen Kunden, der nicht nur für ein Drittel des Umsatzes stand, sondern auch auf Ausschreibungen verzichtete und Abrechnungen nur oberflächlich kontrollierte. Dieser paradiesische Zustand endete ziemlich brutal als Wolfgang einen neuen Arbeitsvertrag unterschrieb.

Wolfgang leitete damals die Abteilung Incentive-Reisen dieser soliden, höchst profitablen Agentur. Der bewusste Kunde war ein in der Montagetechnik angesiedeltes Familienunternehmen, das auf dem Weg zum Weltkonzern war. Die Kundenbeziehung fußte auf dem sehr persönlichen Verhältnis des Agenturgründers zum Vertriebsvorstand.

Das Geschäft expandierte kontinuierlich, es gab stets Lob von oberster Stelle, was wohl auch ein wenig einlullte. Man hatte daher nicht mit der Cleverness schwäbischer Unternehmer gerechnet. Nach der Management-Regel „make or buy“ rechnete man aus, dass eine eigene Abteilung wesentlich kostengünstiger wäre. Man entschloss sich, eine eigene Agentur zu gründen, die zunächst das Konzerngeschäft abwickeln und später auch für Dritte arbeiten sollte. Stellte sich die Kernfrage: Woher die Mannschaft und den Anführer für eine solche Unternehmung rekrutieren?

Eines Abends saß der Vertriebsvorstand mit Wolfgang an der Bar des Hotel Eisenhut in Bozen. „Wolfgang, ich möchte mit Dir etwas streng Vertrauliches besprechen“ lautete die geheimnisvolle Einleitung. „Unser Controlling hat sich eingeschaltet und wir haben eine strategische Entscheidung getroffen. Ihr macht einen tollen Job und es klingt jetzt sehr hart - wir werden eine eigene Agentur gründen.“ Wolfgang verspürte einen Schlag in die Magengrube. „Das machen wir kurzfristig, entweder mit Dir oder ohne Dich. Du bist unser Wunschkandidat als Geschäftsführer. Du hast eine Woche Bedenkzeit.“

Wolfgang rief noch in der Nacht seine Frau an. Er war aufgewühlt, euphorisch, durcheinander, kam sich ein wenig wie ein Verräter vor. „Wolfgang, jetzt oder nie, das war doch immer Dein Traum, das ist Deine Chance!“ Seine Kündigung schlug ein wie eine Bombe, blankes Entsetzen, Krisenstimmung machte sich breit.

Kurze Zeit später besuchte der Autor, der auch in dieser Agentur arbeitete, seinen Studienkollegen Michael vom Vertrieb Nutzfahrzeuge der Daimler AG. Das war vielleicht die Rettung, auf jeden Fall aber die Keimzelle für eine lange profitable Kundenbeziehung. Fazit: Man verliert jeden Kunden, wirklich jeden, nur der Zeitpunkt ist ungewiss. (Agentur-Weisheit)


Karriereberatung by Storytelling

lautet die Idee hinter dem Buch über die Anlässe, das Scheitern oder Gelingen eines Job-Wechsels. Geschrieben von einem Insider, mit einem Vorwort von Jochen Mai, Mastermind von karrierebibel.de.

Der Stil: amüsant, authentisch, abwechslungsreich - Mut und Wut, Frust und Freude. Mal mehr, mal weniger Drama. Die Protagonisten sind weiblich oder männlich, jung oder alt, Chef oder Mitarbeiter, Berufserfahrene, Auszubildende, Seitenwechsler, Freelancer, Aussteiger. Die Reise führt durch fast alle Marktsegmente der Veranstaltungswirtschaft: von Agentur bis Zeltbau, in die Hotellerie, zum Messebau und zu den Locations.

I can’t get no satisfaction – damit beginnt fast jeder Job-Wechsel. Mit den eingestreuten Zitaten aus Rock-Songs weht ein Hauch von Pop-Kultur durch das Buch. Eine Playlist mit den zitierten Liedern findet man bei spotify. Die Episoden drehen sich um die typischen Probleme im Berufsleben: JobVerlust, Intrigen, ungerechte Bezahlung, Burnout, Abwerbung, Mobbing, Suchtprobleme, Bewerbungsangst, Liebe im Büro, fehlende Wertschätzung und den häufigsten Wechselgrund weltweit: ein hunds-miserabler Chef.

Von jedem verkauften Exemplar geht EUR 1,00 an die Stiftung Deutsche Depressionshilfe.

152 Seiten; 30 farbige Abb.; EUR 15,95; Verlag Books on Demand, Hamburg 2026 Entweder hier bestellen oder überall dort, wo Bücher erhältlich sind.


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Bildquelle: DALL-E3/Wolf Rübner (KI-generiertes Bild)

Autor: Gastautor: Wolf Rübner

Veröffentlicht am: 27.09.2026


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