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Technik-News

Total geladen … und das per Funk

Die neueste Generation der kabellosen Energieversorgung

Man kennt die lästige Suche nach Steckdosen oder passenden Ladegeräten, vor allem wenn man unterwegs ist. Denn „leerer Akku“ bedeutet heutzutage, nicht mehr am modernen Lifestyle teilhaben zu können und wichtige Informationen zu verpassen. Doch nicht nur Tablets und Smartphones sind von ständiger Energieversorgung abhängig, auch das komplette „Internet der Dinge“ sowie fast alle batteriebetriebenen Gerätschaften mit geringer Leistungsaufnahme: Wearables, Tastaturen, Fernbedienungen, Sensoren, Kameras, LED-Anzeigen, Scanner, Funkmikrophone und vieles mehr.

Das automatische Laden derartiger Geräte ohne lästige Kabelverbindungen wäre auch für die MICE- und Eventbranche ein Gewinn, etwa auf Messen, in Konferenzsälen, Popup-Locations oder Shuttlebussen – sowohl für die Besucher als auch für das Servicepersonal. Überall dort eben, wo nicht ständig eine Steckdose in direkter Reichweite ist, etwa beim Messeeinlass. Mit „Cota“ hat das US-amerikanische Unternehmen Ossia nun eine Technologie entwickelt, die akkubetriebene Geräte und Gadgets per Radiowellen mit Strom versorgt.

Wireless, jetzt aber richtig

„Wireless Charging“ gibt es zwar schon länger, doch ist hierbei bislang immer die direkte Nähe zu einem Ladekissen oder -pad notwendig. „Cota“ hingegen arbeitet mit Funkmodulen, die versteckt z.B. in Deckenplatten oder Regalböden eingebaut sind. Die Technologie benötigt auch keinen sogenannten „Line of Sight“-Zugang, also keine direkte Verbindung zwischen Sender und Empfänger, da die energiegeladenen Signale von Hindernissen wie Wänden oder Schränken einfach reflektiert werden und sich so im Raum verteilen.

Jede im System verbaute Sendeeinheit ist in der Lage ca. ein Watt Elektrizitätsleistung an umliegende Geräte in einem Umkreis bis zu 15 Metern zu senden. Darüber hinaus lässt sich über die Ossia-Verwaltungssoftware nachschauen, welche Geräte im System eingeloggt und zu wieviel Prozent aufgeladen sind. Die Kontaktaufnahme zwischen Sender und Empfänger erfolgt via Beacons, über die wir an dieser Stelle bereits berichtet haben. Das Ganze passiert ungefähr 100 Mal pro Sekunde, da mobile Endgeräte ja durch den Raum getragen werden und der Nutzer seinen Standort häufig ändert. Beacon-fähig sind übrigens alle Tablets und Smartphones ab iOS7 und Android 4.3. Die Technologie soll für die Gesundheit völlig unbedenklich sein und auch keine Störungen im WLAN hervorrufen.

Walmart wagt den Feldversuch

Ossia arbeitet bereits seit über einem Jahrzehnt an „Cota“ und hat dafür viele Partner aus Forschung und Industrie gewinnen können. Jetzt aber dringt die Technologie der kabellosen Stromversorgung auf den Massenmarkt vor. Denn kein geringerer als der weltweit führende Einzelhandelskonzert Walmart hat sich zu einer großangelegten Kooperation bereit erklärt und „Cota“-Systeme bereits in ausgewählten Märkten installiert.

Die Gründe hierfür liegen weniger darin begründet, dem einkaufenden Kunden einen zusätzlichen Service zu bieten. Vielmehr geht es Walmart darum, die Strom- und Batteriekosten des Unternehmens zu senken, beim Laden von firmeneigenen Smartphones genauso wie bei der Energieversorgung von drahtlosen Barcode-Scannern, elektronischen Regaletiketten oder mobilen Kameras. Batterie- und Akkuwechsel sollen damit der Vergangenheit angehören, denn die Stromversorgung ist bei „Cota“-tauglichen Geräten theoretisch unbegrenzt sichergestellt.

Es ist weltweit der erste großangelegte Test dieser Art, der sicherlich nicht nur für den Einzelhandel, sondern auch für die MICE- und Eventbranche wichtige Erkenntnisse liefern kann. Denn es wird sich zeigen, wie ausgereift die neue kabellose Stromversorgung bereits ist und inwieweit sich die Transmitterleistung eventuell noch steigern lässt, um künftig auch Geräte mit einer höheren Leistungsaufnahme versorgen zu können.


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Bildquelle: Ossia

Autor: Frank Brehm

Veröffentlicht am: 17.01.2019


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