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Push it real good!

Wie die Beacon-Technologie Kundenloyalität stärken kann

Die auf dem Bluetooth-Standard basierende Beacon-Technologie ermöglicht Unternehmen oder Veranstaltern die Identifizierung von Einzelpersonen in einem Umkreis von etwa 30 Metern. Natürlich nur nach deren Einwilligung in die Verwendung persönlicher Daten und der Installation einer für den Versand von Push-Nachrichten gedachten Smartphone-App.

So weit, so gut! Welche Möglichkeiten sich durch den Einsatz von Beacons ergeben, können Sie hier noch einmal nachlesen. Warum es zumindest in Deutschland bislang nicht zu einer größeren Verbreitung des digitalen Kundendialogs via Beacons gekommen ist, haben wir im MICE Club-Magazin ebenfalls bereits thematisiert.

Dieser Artikel widmet sich nun weniger der Technologie an sich, sondern vielmehr der theoretischen Akzeptanz von Beacons auf Verbraucherseite. Damit unmittelbar verbunden sind wiederum die Strategien, die von Seiten der Marketingverantwortlichen und Veranstalter beim Einsatz der kleinen Bluetooth-Sender beachtet werden sollten. Grundlage hierfür bildet ein vom Lichtspezialisten Osram in Auftrag gegebenes White Paper, das auf aktuellen Studien zum Thema der digitalen Personalisierung von Kunden vor Ort beruht.

Deutschland hat Nachholbedarf

Gehen wir einen Schritt zurück. Die Digitalisierung mit all ihren Möglichkeiten spielt längst die Hauptrolle, wenn es darum geht, Kunden- und Eventerlebnisse auf ein neues Level zu heben. Dazu passt auch die Tatsache, dass der technische Einzelhandel in Deutschland fast ein Drittel seines Gewinnes mit digital vernetzten Geräten wie Smartphones, Wearables, Tablets und Co. erzielt. Doch es sind vor allem die Hersteller und nicht die Anbieter, die von den vielfältigen Vernetzungsoptionen aktiv Gebrauch machen.

Hier hinkt dem White Paper zufolge vor allem der deutsche Mittelstand hinterher, zu dem sich auch die allermeisten Unternehmen der MICE-Branche zugehörig fühlen dürften. In der Folge fehlt oft das, was sich so mancher Gast oder Verbraucher von heute bereits wünscht: eine individuelle, digitalisierte und – im Idealfall − ortsgebundene Ansprache, wie Beacons sie ermöglichen. Um dies jedoch zu realisieren, bedarf es eines durchdachten Big-Data-Managements, das in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt.

Manch ein Unternehmen scheint also geflissentlich zu verschlafen, worauf es morgen ankommen wird. Die Gründe hierfür sind vielfältig und reichen von mangelnder Investitionsbereitschaft über Unkenntnis bezüglich der digitalen Möglichkeiten bis hin zur allgemeinen Zufriedenheit mit den bislang getätigten Umsätzen. Und wenn es um Digitalisierung geht, steht die interaktive Kommunikation mit Kunden und Zielgruppen hinter der IT-Sicherheit und dem Datenschutz zurück. Manch einer mag das sicherlich begrüßen, aber die Frage ist: Wie zeitgemäß ist das?

Die Win-Win-Situation ist das Entscheidende

Aktuelle Umfrageergebnisse gehen davon aus, dass der Verbraucher (respektive der Veranstaltungsgast) personalisierte Marketingbotschaften durchaus zu schätzen weiß − insbesondere dann, wenn diese in der passenden Umgebung platziert werden. In Zahlen ausgedrückt: Rund 43 Prozent der Deutschen zeigen sich offen gegenüber dem angebotsbezogenen Personentracking in einem klar definierten Umfeld. Nur 18 Prozent hingegen möchten ihren aktuellen Aufenthaltsort automatisch in sozialen Medien wie Facebook veröffentlicht wissen.

Die Schlussfolgerung daraus: Wer weiß, dass die Verwendung der Beacon-Technologie persönliche Vorteile mit sich bringt, willigt durchaus gerne in die Verwendung seiner Daten ein. Auf Seiten der Marketingverantwortlichen gilt es aber zu beachten, dass die via Push-Nachricht angesprochene Person das Gefühl haben muss, für die Preisgabe persönlicher Daten einen echten und greifbaren Mehrwert zu erhalten. Mit simplen Coupons oder Gewinnspielteilnahmen ist es also in der Regel nicht getan.

Da jedes Beacon nur eine Reichweite von 30 Metern hat, eignen sich neben dem stationären Handel besonders Messen und Veranstaltungen für originelle Add-ons – generell Orte, wo viele Menschen auf vergleichsweise engem Raum zusammenkommen. Keinesfalls jedoch sollten die gesammelten Nutzerdaten dazu verwendet werden, sie wahllos und in hoher Frequenz auch in anderen Kommunikationskanälen zu benutzen. Gleiches gilt natürlich, wenn Verbraucherdaten an dritte Parteien weitergegeben werden, beispielsweise von einer Hotelkette an ein Buchungsportal oder von einer Location an den angeschlossenen Cateringservice.

Fazit: Vieles ist möglich

Der personalisierte digitale Kundenkontakt wird unbesehen von der derzeitigen Situation in Deutschland nicht aufzuhalten sein. Es ist auch keineswegs gesagt, dass der Einsatz von Beacons der Weisheit letzter Schluss in diese Richtung ist. Vor allem Planer und Veranstalter sollten sich aber die grundsätzliche Bereitschaft potenzieller Gäste zunutze machen, um mit individualisierten Angeboten punkten und die Kundenloyalität stärken zu können.

Das komplette, im Übrigen englischsprachige White Paper von Osram können Sie im Downloadbereich auf der rechten Seite herunterladen.


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Bildquelle: White Paper Beacons von Osram

Autor: Frank Brehm

Veröffentlicht am: 28.09.2017


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