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Best Practice - Firmenjubiläum, Mitarbeiterevent Themensammlung - Inszenierung/Konzeption

3x Do und 3x Don't

Firmenjubiläum zur Stärkung der Arbeitgebermarke nutzen

Ein, zwei Gläschen Sekt, ein paar lauwarme Worte, Händeschütteln und Schulterklopfen. “Ja Herr Müller, in den letzten 50 Jahren ganz schön viel erreicht, was?“

Firmenjubiläen sind eigentlich ein toller Grund und Anlass, sich richtig zu feiern. Betonung auf „richtig“. Warum wird die Chance so oft vertan? Falsch verstandene Bescheidenheit, weil doch eigentlich der Kunde im Mittelpunkt stehen soll? Kapazitätsmangel jeder Art – Geld, Zeit oder Ideen?

Wir meinen – ein Firmenjubiläum bietet die perfekte Chance, das Image des Unternehmens bei allen Interessengruppen zu fördern. Denn zu diesem Zeitpunkt steht das Unternehmen berechtigt im Blickpunkt der Öffentlichkeit: Kunden, Geschäftspartner, Mitarbeiter sowie Medien erfahren mehr über seine Tradition – Geschichte, Philosophie und Entwicklung werden transparent. Es ist ein toller Anlass, Mitarbeiter durch Gemeinsamkeit zu motivieren und das Vertrauensverhältnis der Kunden und der Öffentlichkeit zu stärken.

Kommunikative Kraft nutzen

Es steckt eine Menge kommunikativer Kraft in einem Jubiläum, wenn alle Aktivitäten auf ein Ziel ausgerichtet sind. Wie das am Besten funktioniert, zeigen die folgenden Do's und Don'ts.

3 x Do

1) Roten Faden finden

Jedes Firmenjubiläum wird von vornherein durch eine emotionale Komponente positiv gestützt – es gibt wirklich etwas zu kommunizieren, man muss nicht danach suchen. Werte, Tradition und Kultur verschaffen dem Jubiläumsmarketing Vorteile gegenüber der klassischen Marketingkampagne. Das Firmenjubiläum ist mehr als ein „Marketingevent“: Es ist ein für jeden nachvollziehbarer Meilenstein in der Unternehmensgeschichte. Nutzen Sie diesen Meilenstein um Ihre Botschaft und Ihren roten Faden zu finden:

  • Unter welchem Dachthema steht das Firmenjubiläum?
  • Welche speziellen Botschaften werden transportiert?
  • Welche Unternehmenswerte können zu diesem besonderen Anlass besonders herausgestellt werden?
  • Gibt es ein spezielles Produkt oder eine spezielle Dienstleistung, die im Mittelpunkt der Kommunikation stehen soll?
  • Welche Kernzielgruppen sollen angesprochen werden?

2) Richtig Kommunizieren

Apropos ansprechen - ein Jubiläum ist zwar „mehr“ als Marketing, muss aber trotzdem wie eine Kampagne geplant und konzipiert werden. Zeitlicher Vorlauf gehört dazu, personelle Kapazität und eine Kommunikationsstrategie. Als Sahnehäubchen verleiht ein einheitliches Erscheinungsbild bzw. ein wiederkehrendes Merkmal dem Jubiläum Profil. Ein Motto und Logo (Key Visual) schaffen einen unverwechselbaren sprachlichen und visuellen Ausdruck für Ihr Jubiläum. Improvisation kann Planung nicht ersetzen. Botschaft und Kommunikationskonzept fließen in ein Briefing ein. Damit ist eine gute Grundlage für eine interne Crew oder auch für eine eine professionelle Zusammenarbeit vorhanden, auf der eine Agentur Ideen entwickeln kann.

Welche Komponenten gehören in die Planung?

  • Printkampagne: Jubiläumsschrift (Festschrift, Jubiläumsbroschüre), Jubiläumsanzeigen
  • Online: Soziale Netzwerke (Facebook, Twitter, XING & Co.), You Tube-Videos oder Virals, Direct Mails (Mailing), eine Jubiläums-Microsite, Newsletter
  • Pressemeldungen, eine Pressekonferenz, ein Bericht im Lokalfernsehen
  • ein Tag der Offenen Tür, ein Sonderverkauf oder eine Jubiläumsedition
  • die Jubiläumsfeier als zentrales Element

3) Feiern und Feiern lassen

Ein Jubiläumsevent ist keine Betriebsfeier. Alle Botschaften und Maßnahmen münden in diesem Live-Event. Deshalb kommt ihm im Rahmen der Jubiläumskommunikation eine besondere Leuchtturmwirkung zu. Ähnlich wie im Meetingdesign stehen auch bei erfolgreichen Jubiläen klare Ziele und Methodenwissen hinter gelungenen Events. Räumlichkeit, Inszenierung, Reden und Redner, das Programm, Essen und Trinken, die Sitzordnung und nicht zuletzt auch die Erwartungshaltung der Teilnehmer (und deren Auswahl) beeinflussen Erfolg oder Misserfolg einer Feier.

Stichwort Teilnehmer: Über einer Gästeliste kann man bekanntlich lange "brüten". Gute Vorschläge kommen von den Mitarbeitern, denn jede Abteilung verfügt über wichtige Kontakte. Wählen Sie sorgfältig aus, damit bei der Einladung das Gefühl der Exklusivität erhalten bleibt und nicht der Eindruck eines "Gießkannenprinzips" entsteht.

Noch ein Wort zum Thema "Compliance"

Firmenjubiläen haben in den vergangenen Jahren unter teils erheblichem Teilnehmerschwund gelitten. Grund dafür sind die immer stärker um sich greifenden Complianceregeln großer Firmen, die Einladungen zu Veranstaltungen an Firmenmitarbeiter untersagen, die maßgeblich am Einkaufsprozess von Leistungen des Einladenden beteiligt sind und die etwa aus der Einladung heraus einen persönlichen Vorteil für sich ziehen könnten. Hier ist also Vorsicht angesagt, indem Sie bei der Einladung auf allzu pompöse und luxuriöse Pogrammbestandteile oder etwa Geschenke am Besten verzichten. Setzen Sie doch viel lieber inhaltliche Mehrwerte und einen gewinnbringenden Wissenstransfer in den Fokus Ihrer Jubiläumsmaßnahme. Damit hebeln die die Compliance-Thematik aus und es hagelt nicht reihenweise Absagen von Wunschteilnehmern, die leider nicht kommen "dürfen".

3 x Don´t

1) Selbstbeweihräucherung

Auch wenn die Unternehmensgeschichte eine Erfolgsgeschichte ist: Erfolgreich ist ein Unternehmen durch die Kunden, durch die Mitarbeiter und durch externe Partner. Diese sollten im Mittelpunkt der Aktivitäten stehen. Im Sinne von „Ehre, wem Ehre gebührt“ bietet ein Jubiläum zuerst und zuletzt Anlass, sich bei allen am Erfolg Beteiligten zu bedanken.

Das Firmenjubiläum hat für die Mitarbeiter eine identitätsstiftende und motivationsfördernde Wirkung. Ein Firmenjubiläum, das auf eine unternehmerische Erfolgsgeschichte zurückblickt, macht die Mitarbeiter stolz auf die geleistete Arbeit und stärkt so das "Wir-Gefühl".

Reden, Redner und noch ein Gedicht: Sicherlich gehören Festredner aus der Geschäftsleitung zu einem Jubiläum – in Erinnerung wird den Gästen aber vor allem gemeinsames Lachen, Machen und Mitmachen bleiben. Hier entsteht viel mehr Verbindung als beim passiven Zuhören – ganz viel Raum für Dialog und Networking und auch für neue Verbindungen gehören daher zur Planung eines Jubiläumsevents dazu.

2) Vorlaufzeit unterschätzen

Der Termin für den Geburtstag steht langfristig. Also - sollte man meinen - beste Voraussetzung für eine sorgfältige und professionelle Planung von Jubiläumsmaßnahmen. Aber, es ist wie bei Weihnachten und Messen – auch diese Termine kommen immer ganz plötzlich und in der Praxis wird in der letzten Minute mit der Planung begonnen.

Wer aber erst wenige Monate vor dem eigentlichen Jubiläum mit den Vorbereitungen beginnt, verursacht Stress und muss sich oft mit Mittelmäßigkeiten zufriedengeben – weil Konzepte nicht mehr umsetzbar sind, beste Räumlichkeiten gebucht, gute künstlerische Acts nicht mehr aufzufinden sind und das Gros der Gäste hat auch schon etwas anderes vorhat. Schade, oder?

Wer kurzfristig auf "Schnellschüsse" setzt, schmälert den Erfolg seines Firmenjubiläums. Also: Unterschätzen Sie nicht den planerischen Vorlauf für Ihr Jubiläum - insbesondere in der Zusammenarbeit mit externen Partnern. Ein bis zwei Jahre vor dem eigentlichen Ereignis sollten Sie mit den Planungen beginnen.

3) Im Keller planen

Klar, Überraschungsparties sind toll, aber bei Firmenjubiläen eher unangebracht. Wenn Sie von Anfang an auf eine breite Beteiligung setzen, erreichen Sie beste Ergebnisse und vermeiden Überraschungen – z.B. Änderungswünsche der Geschäftsleitung in letzter Minute. Jubiläen sind Chefsache - Geschäftsführer oder Inhaber sollten sich daher bereits am Anfang der Planung die Zeit nehmen, ihre Ideen und Wünsche einzubringen. Die gesamte Belegschaft kann ausdrücklich eingeladen werden, eigene Ideen für Jubiläumsmaßnahmen einzubringen und sollte gleichermaßen über den Fortgang des Geschehens informiert werden. Dies fördert die Motivation und trägt schon in der Planungsphase dazu bei, dass sich alle mit dem Ereignis identifizieren.

Ideal ist – wie eigentlich immer bei größeren Kampagnen – die Einrichtung eines Stabes mit Vertretern aus ganz verschiedenen Unternehmensbereichen. Dieser gewährleistet, dass ein einheitliches und für das gesamte Unternehmen verbindliches Jubiläumskonzept entwickelt wird.

Also – alles gar nicht so schwierig, oder? Halten Sie also die Augen offen nach Ihrem nächsten Jubiläum – wo steht sie, die nächste runde Zahl?

Zum Schluss ein gelungenes Beispiel:

2013 feierte Bayer 150-jähriges Firmenjubiläum. Die Kommunikationsabteilung der Bayer AG verfolgte dabei zwei Ziele: Die Mission „Science for a better life“ sollte nach außen transportiert werden, intern sollte die Mitarbeiterbindung erhöht werden. Doch wie begeistert man Journalisten, gar international, für 150 Jahre Bayer? Wie erreicht man die 110.000 Mitarbeiter, die über fünf Kontinente verstreut arbeiten? Indem Bayer nicht sich selbst, sondern seine Mitarbeiter feiert! Sämtliche Angestellte erhielten eine eigens geprägte Jubiläumsgoldmedaille und einen exklusiven Bildband. Am „Celebration Day“ Mitte Juni 2013 servierten Bayer-Köche allen Mitarbeitern weltweit ein Jubiläumsmenü. In Deutschland fand die Geburtstagsfeier „Wir sind Bayer“ am 29. Juni in der Leverkusener BayArena statt, wo Stargeiger David Garret vor 30.000 Gästen, den Mitarbeitern und ihren Angehörigen auftrat. In einer Mitmachaktion bildete die Belegschaft auf dem Spielfeld „das größte lebende Bayer-Kreuz aller Zeiten“.

Autor: Andrea Goffart

Veröffentlicht am: 25.02.2015


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