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Technik-News, Best Practice - Produkt-Launch

„Winterfell“ für Diesel

Multisensorisches Spektakel bei Flagship-Store-Eröffnung

Das italienische Modelabel Diesel ist einer der führenden Hersteller junger und trendiger Mode weltweit. Bekannt geworden ist die Marke nicht zuletzt durch ihre provokanten Werbekampagnen, die vielfach mit Preisen bedacht worden sind. Staunen hervorrufen wollte man logischerweise auch bei der Eröffnung des neuen Diesel Flagship-Stores in London im November 2016.

Was mag auf beschränktem Raum – in diesem Fall im Inneren eines Ladens – das wohl intensivste Markenerlebnis im Rahmen eines Kundenevents versprechen, mögen sich die Verantwortlichen bei Diesel gefragt haben. Nach kurzer Beratschlagung kam schnell das Thema 5D auf den Tisch und prompt wurde mit der VR-erprobten Agentur Get Savvy aus Leeds der passende Partner zur Umsetzung gefunden. Im Mittelpunkt stand dabei die aktuelle Winterkollektion von Diesel, die mit dem Slogan „Fur me, fur you“ beworben wurde. Klar, dass es beim entsprechenden Event im neuen Flagship-Store irgendwie pelzig und plüschig zugehen musste.

Von 3D zu 5D: Manpower ist wieder gefragt

An dieser Stelle zunächst ein kleiner Abstecher in die Welt der eingesetzten Technik. 3D ist jedem schon aus dem Kino ein Begriff. Die virtuelle Realität (VR) setzt hier noch einen drauf, indem sie digitale 360°-Welten erschafft, die in der Regel mittels einer VR-Brille „begangen“ und erlebt werden können. Überzeugende Surround-Soundeffekte machen das virtuelle Erlebnis dann komplett. Wenn jetzt noch der Geruchs- und der Tastsinn angesprochen werden, ist eine Steigerung kaum mehr möglich. Damit steht 5D für das wohl eindringlichste Rundumerlebnis, das sich außerhalb der Realität erfahren lässt.

So gesehen aber ist der Ausdruck 5D natürlich nicht korrekt, da hierbei nicht etwa neue Dimensionen erfahren, sondern schlichtweg zusätzliche menschliche Sinne angesprochen werden: Haptik und Olfaktorik. Im 5D-Fall bewegt sich VR damit vor allem im Hinblick auf die im Vorfeld zu leistende Arbeit wieder „back to the roots“. Nicht mehr allein Programmierer und Softwarespezialisten sind gefragt, sondern ebenso Bühnenbildner, Setdesigner, Dekorateure und Techniker. Für all diejenigen, die in der zunehmend digitalisierten Eventbranche um ihren Job bangen, darf das durchaus als gutes Zeichen gewertet werden.

Auf zum großen Ritt

Zurück zum eigentlichen Event: In der Praxis sah das so aus, dass die Besucher des Diesel-Stores auf beweglichen, mit Kunstfell bespannten Sitzen Platz nahmen, an denen Hörner angebracht waren, die wiederum als Steuerung fungierten. Das ließ sich nicht ganz so wild an wie der Ritt auf einem mechanischen Rodeo-Bullen, war diesem beliebten Jahrmarktsevent aber durchaus nachempfunden. So hatte jeder Besucher das Gefühl, auf dem Kopf eines mammutähnlichen Fantasiewesens durch die virtuelle Landschaft zu reiten, während ein zuckriger Geruch zum persönlichen Wohlbefinden beitrug – schließlich stellt Diesel ja auch Düfte her.

Diesel 5D-Event in London

Rittlings ging es so durch die verschiedensten Landschaften, durch märchenhafte Wälder, schneebedeckte Weiten, futuristische Catwalks und nach einem plötzlichen „Wanddurchbruch“ zurück in die digitale Version des neuen Diesel Flagship-Stores in der Brompton Road. Eine Windmaschine versprühte dabei nicht nur die erwähnten Düfte, sondern sorgte durch ein laues Lüftchen auch für noch mehr Realempfinden in den Weiten virtueller Welten. Passend zum Kundenevent erfolgte natürlich auch die Schaufensterdekoration, bei der die virtuellen Fabelwesen „naturgetreu“ nachgebildet wurden. Einige Impressionen der Aktion lassen sich auf der Savvy-Homepage einsehen.

Fazit: 5D scheint tatsächlich wieder Akteure ins Spiel zu bringen, die im Rahmen der zunehmenden Digitalisierung von Events mit analogem Handwerk ihr Geld verdienen. Auch George Lucas hat sich bei seiner aktuellen Star-Wars-Trilogie nicht mehr allein auf seine CGI-Profis (Computer Generated Imaging) verlassen, sondern ebenso wieder auf seine Modellbauer und Setdesigner. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und macht dahingehend Hoffnung, dass die Zukunft auch weiterhin ein Stückweit „analog“ bleibt.


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Bildquelle: Savvy

Autor: Frank Brehm

Veröffentlicht am: 12.01.2017


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